23. Juni 2011 20 Uhr, Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal
Konzerteinführung: 19.15 Uhr, Brahms Foyer

Für das Abschlusskonzert der Saison 2010/2011 konnte die HAMBURGER CAMERATA den jungen Schweizer Dirigenten Simon Gaudenz gewinnen. Gaudenz erhielt im Februar 2009 mit dem Deutschen Dirigentenpreis die höchstdotierte Auszeichnung für Dirigenten in Europa. In seinem Debütkonzert bei der Camerata widmet Gaudenz sich nun dem Musikland Ungarn: Auf dem Programm stehen vier große ungarische Komponisten des 20. bzw. 21 Jahrhunderts und der Wahlungar Joseph Haydn.
Die Pioniere der ungarischen Musik im 20. Jahrhundert waren die Komponisten und Volksliedforscher Zoltán Kodály und Belá Bartók. Mit ihrer umfassenden Sammlung nationalen Liedguts legten sie zugleich die Basis für ihren kompositorischen Stil. Kodálys „Ungarisches Rondo“ etwa ist tief verwurzelt in der Volksmusik. Weniger zitathaft ist Bartóks Werk; er verwendete kaum konkrete Volksliedmelodien, sondern wollte den Geist und das Temperament der alten Bauernlieder in seiner Musik wieder aufleben lassen. Bartóks Divertimento entstand 1939 für das Basler Kammerorchester des Mäzens Paul Sacher.
Einer der prägenden Lehrer des ungarischen Musiklebens war Leó Weiner. Als Professor für Kammermusik am Budapester Konservatorium unterrichtete er u.a. Antal Doráti, Géza Anda, Georg Solti und György Kurtág. Obwohl als Komponist eigentlich der Romantik verpflichtet, näherte Weiner sich in den 1930er-Jahren mit Stücken wie seinem Divertimento Nr. 1 dem von der Volksmusik inspirierten Stil seiner Kollegen Kodály und Bartók an.
Ungarns größter lebender Komponist ist György Kurtág, dessen 85. Geburtstag im Februar 2011 gefeiert wird. Der Komponist Kurtág sagt von sich: „Meine Muttersprache ist Bartók.“ Darüber hinaus ist Kurtág einer der großen Musiklehrer seines Landes. Wie sein Lehrer Leó Weiner unterrichtete auch er lange in Budapest Kammermusik. Die Urfassung von „Merran’s dream“ entstammt seiner fünfbändigen Klavierschule „Jatékók“ (Spiele), die gleichberechtigt neben Bachs Klavierübungen oder Bartóks „Mikrokosmos“ steht.
Den größten Teil seines langen Lebens verbrachte Joseph Haydn als Hofkapellmeister der Fürsten von Esterhazy im westungarischen Eisenstadt. Aus seinen ersten Jahren auf Schloss Esterháza stammt das wahrscheinlich zwischen 1762 und 1765 komponierte Konzert C-Dur Hob. VIIb:1. Das Werk galt lange als verschollen; erst 1961 wurde in einem böhmischen Archiv eine handschriftliche Kopie entdeckt.
Unter der Schirmherrschaft des Honorargeneralkonsulats der Republik Ungarn
Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Musikrats und des Dirigentenforums
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Leó Weiner 1885–1960
· Divertimento Nr. 1 op. 20
„nach alten ungarischen Tänzen“
· Romanze op. 29 für Violoncello, Harfe, Streicher
Joseph Haydn 1732–1809
Cellokonzert Nr. 1 C-Dur Hob VIIb:I
Zoltán Kodály 1882–1967
Ungarisches Rondo
György Kurtág * 1926
· Merran’s Dream (1998)
· Ligatura y (1995)
Béla Bartók 1881–1945
Divertimento für Streichorchester Sz 113
István Várdai Violoncello
(1. Preis Concours de Genève 2008)
Simon Gaudenz Leitung
(1. Deutscher Dirigentenpreis 2009) |